Übersicht

Muss eine Meniskusverletzung operiert werden?

Nicht jeder Meniskus muss operiert werden! Dies ist eine individuelle Entscheidungsfindung.

Ein frisch gerissener Meniskus nach einem Unfall muss genau untersucht werden. Eine Magnetresonanz zeigt uns wo genau der Meniskus gerissen ist, wie groß der Riss ist und was für eine Form der Meniskusriss hat. An Hand dieser Visualisierung und gemeinsam mit der klinischen Untersuchung kann dann entschieden werden ob eine Operation sinnvoll ist.

Sollte eine Operation notwendig sein versuche ich meist den Meniskus zu erhalten und den Riss zu nähen (Meniskusnaht). Der Meniskus ist schlussendlich eine wichtige Struktur im Knie ohne dem eine frühzeitige Abnützung des Gelenkknorpels entsteht. Aufgrund der spezifischen Durchblutungssituation, des Alters des Meniskusrisses und Ihres eigenen Alters, ist eine Meniskusnaht nicht immer sinnvoll. Daher müssen zerstörte Anteile manchmal entfernt werden, damit das Gelenk nicht weiter geschädigt wird (Meniskusteilresktion).

Chronische Meniskusdegenerationen haben sehr viele Menschen auch ohne dass sie Beschwerden haben. Daher ist die konservative Therapie, mittels Physiotherapie und Faszientherapie für 3 Monate durchaus gerechtfertigt. Erst wenn diese nicht zum gewünschten Erfolg führt kann man immer noch eine Operation erwägen. Sollte ein Streckdefizit des Kniegelenkes vorliegen, muss man von einem eingeklemmten Meniskus ausgehen, welcher zeitnahe operativ versorgt werden sollte, da Knorpelverletzungen daraus resultieren können.

“Meniskus erhalten statt entfernen”

Die Meniskustherapie ist ein komplexes Thema und muss sehr individuell angepasst werden. Ihr MRT, Ihr Beschwerdeverlauf und auch die klinische Untersuchung, in meiner Ordination, müssen zusammen geführt werden um Ihnen die optimale Therapie anbieten zu können. Grundsätzlich gilt die Devise “Save the Meniscus” und erhalte soviel Meniskusgewebe wie möglich.

Was ist ein Meniskus?

Die beiden Menisken liegen zwischen der Knorpelschicht des Oberschenkels und des Unterschenkels und fungieren als Gelenkstabilisator und Stossdämpfer, da sie die Oberfläche der Kontaktfläche vergrößern. Sie haben eine halbmondartige Form und können dadurch in allen Beugungsgraden die Last des Körpergewichts ideal verteilen. 

Der Aussenmeniskus (Meniskus lateralis) kann sich bis zu 2cm zwischen Streckung und Beugung nach vorne und hinten mitbewegen. 

Der Innenmeniskus (Meniskus medialis) ist weniger flexibel, da er mit der Gelenkkapsel fest verbunden ist. Dadurch ist er bei Traumata auch verletzungsanfälliger. Nach einer vollständigen Entfernung eines Meniskus können die Druckspitzen auf den Knorpel um das 200fache ansteigen. Die Konsequenz ist ein frühzeitiger Abnützungseffekt des Gelenkes mit einem erhöhten Risiko einer Arthrosenentwicklung.

Somit ist das Erhalten des Meniskusgewebe wichtig für eine langfristig gute Kniefunktion.

Verletzungsmechanismus eines Meniskusriss

Ein akuter Meniskusriss entsteht meist bei Rotationsverletzungen des Kniegelenkes, oder bei übermäßiger Kniebeugung. Bei Sportarten mit vielen „Stop and Go“ Bewegungen (Fussball, Basketball, Volleyball, Tennis,…), oder Rotationsbewegungen ( Skifahren, Vollkontakt Sportarten wie, Football, Rugby, Kampfsport) sind besonders gefährdet einen akuten Meniskusriss zu erleiden.

Oftmals ist der Meniskus altersbedingt degenerativ ausgedünnt oder verfettet, sodass ein Einriss leichter zustande kommt.

Schmerzen bei Meniskusriss

Nicht jeder Meniskusriss muss schmerzhaft sein, weshalb eine genaue klinische Untersuchung erforderlich ist. Immer wieder kehrende Reizergüsse des Gelenkes, Schmerzen insbesondere beim bergab Gehen, oder bei Tiefer Hocke sind typisch für eine Meniskusverletzung.

Manchmal sind Meniskusanteile in den Kniegelenkspalt eingeschlagen, sodass das Gelenk nicht mehr gänzlich gestreckt werden kann. Diese Streckhemmung ist sehr schmerzhaft und muss auch schnellstmöglich behandelt werden, da es sonst frühzeitig zur Zerstörung von Knorpelgewebe kommt.

Diagnostik eines Meniskusschadens

Während der klinischen Untersuchung kann man mit spezifischen Tests den Verdacht eines Meniskusrisses feststellen.

Eine Magnetresonanztomographie (MRT) sollte beim klinischen Verdacht immer durchgeführt werden, da nur hier der Riss genau beurteilt werden kann.

Der Meniskus wird wegen seiner reduzierten Durchblutung, und damit auch seinem reduzierten Heilungspotenzial, in drei Zonen eingeteilt:

Grad
MRT
Diagnose
O
Signalfreie dreieckige Struktur
Normaler Meniskus
I
Punktförmige Signalanhebung, ohne Verbindung zur Meniskusoberfläche
Degeneration des Meniskus
II
Weißliche Linienbildung im Meniskusgewebe, ohne Verbindung zur Meniskusoberfläche
Ausgedehnt Degeneration des Meniskus
III
Weißliche Linienbildung im Meniskusgewebe, mit Verbindung zur Meniskusoberfläche
Meniskusriss
IV
Mehrere Signalanhebungen in unterschiedlichen Ebenen, Fragmentieren
Komplexer Meniskusriss

Behandlung einer Meniskusverletzung

Da nicht jede Meniskusverletzung schmerzhaft ist, muss auch nicht jeder Meniskus operiert werden! Dies ist eine individuelle Entscheidungsfindung. 

Chronische Meniskusdegenerationen haben sehr viele Menschen auch ohne dass sie Beschwerden haben. Daher ist die konservative Therapie, mittels Physiotherapie und  Faszientherapie für 3 Monate durchaus gerechtfertigt. Erst wenn diese nicht zum gewünschten Erfolg führt kann man immer noch eine Operation erwägen. Sollte ein Streckdefizit des Kniegelenkes vorliegen, muss man von einem eingeklemmten Meniskus ausgehen, welcher zeitnahe operativ versorgt werden sollte, da Knorpelverletzungen daraus resultieren können.

Meniskusteilresektion

Ein symptomatischer Meniskusriss, der trotz konservativen Therapie schmerzhaft ist, oder Einklemmsymptomatiken verursacht, sollte operiert werden. Dese wird in Schlüssellochtechnik (Arthroskopie) mit lediglich 2x 0,5cm großen Schnitten durchgeführt.
Ist der Riss in der nicht durchblutenden weißen Zone, chronisch degeneriert, oder so komplex gerissen, dass ein Meniskuserhalt nicht möglich ist, wird das kaputte Gewebe entfernt. Hier wird sparsam vorgegangen, da man die Pufferfunktion des Meniskus nicht vollständig verlieren möchte. „So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich!“
Eine Vollbelastung ist nach einer Meniskusteilresktion nach wenigen Tagen bereits möglich. Schwimmen und Fahrradfahren kann nach 3 Wochen wieder begonnen werden. Eine generelle Sportfreigabe kann nach einer Teilentfernung nach 6 Wochen zu meist wieder gegeben werden.

Meniskusnaht

Ein frischer Riss bei einem Sportler sollte so gut wie möglich erhalten werden. Daher sollte großzügig die Indikation zur Meniskusnaht gestellt werden. Auch eine Naht kann in Schlüssellochtechnik (Arthroskopie) mit lediglich 2x 0,5cm großen Schnitten durchgeführt werden. 

Nach einer Meniskusnaht folgt je nach Rissgröße und Form eine angepasste Nachbehandlung mit physiotherapeutischer Betreuung. Mit einer speziellen Schiene (Bewegungsorthese) wird die Beweglichkeit für 4-6 Wochen eingeschränkt. Mit 2 Stützkrücken muss durch Entlastung oder Teilbelastung des Beines für 6 Wochen die Last vom genähten Meniskus genommen werden. 

Im Anschluss ist eine Muskelaufbautraining erforderlich. Ab einer schmerzfreien Kniebegung über 110° kann am Fahrradergometer trainiert werden. Lockeres Lauftraining ist meist erst nach 3 Monaten möglich. Eine grundsätzliche Sportfreigabe für Rotationssportarten sollte erst nach 6-8 Monaten nach einer Operation erfolgen.

Um einer frühzeitige Arthroseentwicklung, insbesondere bei Sportlern, vorzubeugen gilt das Credo „Save the Meniskus!“

blank

Meniskusnaht bei frischen Rissen! Bei chronischen Meniskusdegenerationen muss nicht immer operiert werden!

Häufig gestellte Fragen:

Meniskusveränderungen im MRT kann man bei vielen Menschen erkennen auch ohne dass sie Beschwerden haben. Daher ist die konservative Therapie bei chronischen Meniskusrissen, mittels Physiotherapie und Faszientherapie für 3 Monate durchaus gerechtfertigt. Erst wenn diese nicht zum gewünschten Erfolg führt kann man immer noch eine Operation erwägen.

Ein frischer unfallbedingter Riss beim jungen Menschen sollte so gut wie möglich erhalten werden. Damit eine Meniskusnaht erfolgsvorsprechend ist sollte diese innerhalb der ersten Monaten stattfinden. Daher sollte großzügig die Indikation zur Meniskusnaht gestellt werden.

Ein Riss beim jungen Menschen in der gut durchblutenden Zone kann auch von selber heilen. Voraussetzung dafür ist ein kleiner Riss, der in der Heilungsphase geschont wird. ist eine gewisse Rissgröße erreicht wird der Meniskus instabil und rutscht in das Gelenk. Der eingeschlagene Meniskus ist dann für eine Bewegungseinschränkung und Streckhemmung verantwortlich. 

Nach einer Meniskusteilresektion sollte man 1-2 Wochen mit Krücken gehen. Danach ist meist eine Wiedereinstieg ins Berufsleben wieder möglich. Bei körperlich schwer arbeitenden Menschen oder nach einer Meniskusnaht ist meist eine längere Rehabilitation notwendig.

Die Nachbehandlung nach einer Meniskusnaht sollte physiotherapeutisch begleited werden.

  • Nach einer Meniskusnaht ist meist je nach Rissform eine ca. 6 wöchige Teilbelastung notwendig.
  • Nach dieser Zeit wenn das Gelenk bis 100° gebeugt werden kann, ist ein Fahrradergometer Training möglich.
  • Ab dem  3. Monat kann mit Lauftraining begonnen werden.
  • Ca. 4 Monate nach der Operation kann ein Wiedereinstieg in das sportartspezifische  Training versucht werden. 

Meniskusveränderungen im MRT kann man bei vielen Menschen erkennen auch ohne dass sie Beschwerden haben. Daher ist die konservative Therapie bei chronischen Meniskusrissen, mittels Physiotherapie und Faszientherapie für 3 Monate durchaus gerechtfertigt. Erst wenn diese nicht zum gewünschten Erfolg führt kann man immer noch eine Operation erwägen.

Ein frischer unfallbedingter Riss beim jungen Menschen sollte so gut wie möglich erhalten werden. Damit eine Meniskusnaht erfolgsvorsprechend ist sollte diese innerhalb der ersten Monaten stattfinden. Daher sollte großzügig die Indikation zur Meniskusnaht gestellt werden.

Ein Riss beim jungen Menschen in der gut durchblutenden Zone kann auch von selber heilen. Voraussetzung dafür ist ein kleiner Riss, der in der Heilungsphase geschont wird. ist eine gewisse Rissgröße erreicht wird der Meniskus instabil und rutscht in das Gelenk. Der eingeschlagene Meniskus ist dann für eine Bewegungseinschränkung und Streckhemmung verantwortlich. 

Nach einer Meniskusteilresektion sollte man 1-2 Wochen mit Krücken gehen. Danach ist meist eine Wiedereinstieg ins Berufsleben wieder möglich. Bei körperlich schwer arbeitenden Menschen oder nach einer Meniskusnaht ist meist eine längere Rehabilitation notwendig.

Die Nachbehandlung nach einer Meniskusnaht sollte physiotherapeutisch begleited werden.

  • Nach einer Meniskusnaht ist meist je nach Rissform eine ca. 6 wöchige Teilbelastung notwendig.
  • Nach dieser Zeit wenn das Gelenk bis 100° gebeugt werden kann, ist ein Fahrradergometer Training möglich.
  • Ab dem  3. Monat kann mit Lauftraining begonnen werden.
  • Ca. 4 Monate nach der Operation kann ein Wiedereinstieg in das sportartspezifische  Training versucht werden.